Die Gebäudehülle aus einem Guss ist nicht nur ein Thema für das freistehende Einfamilienhaus – auch mehrgeschossige Stadthäuser, Schulen, Kindergärten und kommunale Bauten werden mit diesem einheitlichen Material für Dach und Fassade gestaltet: vom klassischen, archetypischen Satteldachhaus über kubische Konstellationen und pyramidenähnliche Figurationen bis hin zu skulpturalen, expressiven Volumen, für die bisher noch kein typologischer Begriff gefunden ist. Diese neue Begeisterung von Architekten für die komplette Gebäudehülle aus Faserzement ist jedoch weit mehr als ein kurzlebiger Trend. Es liegt in der Natur des Materials, nicht nur Teile eines Hauses damit zu gestalten, sondern das Ganze inklusive kleiner Detailflächen wie Giebel, Gauben und Schornsteine. Dabei spielen jedoch nicht nur die Gebäudetypologie oder die gestalterische Absicht eine Rolle, sondern auch der Genius Loci - der Geist des Ortes - und die regionale Tradition. Wie kaum ein anderer moderner Werkstoff ermöglicht Faserzement es, regionale Bau- und Materialtraditionen in unsere Zeit zu übersetzen. Ob Stadt oder Land, ob Berge oder Küste, ob Schieferregion, Holztradition oder Natursteinkontext: Faserzement wird als hinterlüftete Fassade oder geneigtes Dach zur zeitgemäßen – oder besser: zur zeitlosen – Ergänzung im Materialkanon für eine neue Architektur mit regionaltypischer Prägung.
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