Die Gründung für Gebäude in Holzbauweise erfolgt in der Regel über Kellern und Stahlbetonbodenplatten. Letztere sind die verbreitetste Variante, die jedoch in den letzten Jahren speziell in Kombination mit energetisch hocheffizienten Konstruktionen immer mehr Nachteile aufweist. Die Gründung mit Holzbodenplatten auf umlaufenden, belüfteten Streifenfundamenten – sogenannten Kriechkellern – hat sich hier als empfehlenswerte Alternative erwiesen. Die belüfteten Konstruktionen sind in Nordamerika, den Niederlanden und in Skandinavien besonders beliebt und zählen dort zum allgemeinen Baustandard. Da Eternit Holzzementplatten Duripanel schimmelresistent und diffusionsoffen sind, eignen sie sich besonders gut als unterseitige Beplankung von Holzbodenplatten.
Kriechkeller, die in Verbindung mit Holzbodenplatten gegründet werden, bringen zahlreiche Vorteile mit sich. So werden Holzbauteile aus dem spritzwassergefährdeten Bereich herausgehalten und flächige Betonarbeiten können vollständig entfallen. Dieses reduziert die Baufeuchte und beschleunigt den Baufortschritt. Hohe Dämmstandards, die nachträgliche Einbaumöglichkeit von Ver- und Entsorgungsleitungen mit Revisionsmöglichkeit sind weitere positive Eigenschaften von Kriechkellern.
Die klimatischen Verhältnisse in belüfteten Kriechkellern sind erheblich maßgebend für die Dauerhaftigkeit der Konstruktion. Besonders die Verdunstung aus dem Erdreich stellt klimatisch eine Feuchtequelle dar, die durch Abdeckung des Bodens mit kapillar nicht saugfähigen Schichten ausgeschlossen werden muss. Die Belüftung der Kriechkellerbereiche muss eingedrungene Außenluftfeuchte, Tauwasser, aufsteigende Bodenfeuchte, Feuchtebelastungen infolge Diffusion aus den Wohnräumen, aber auch Baufeuchte durch Luftzirkulation abführen. Basierend auf umfangreichen nationalen Forschungsergebnissen werden normativ eine Folienabdeckung des Bodens (sd ≥ 100 m) und eine ausreichende Belüftung des Kriechkellers gefordert. Diese sollte über regelmäßig in den Wänden angeordnete Lüftungsöffnungen mit einer Brutto-Öffnungsfläche von mindestens 10 cm2 bis maximal 20 cm2 je Quadratmeter Grundfläche erfolgen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die klimatischen Verhältnisse dauerhaft der Nutzungsklasse 2 nach EC5/NA entsprechen und die Holzfeuchten unterhalb umax = 18 % liegen.
Die DIN 68800-2:2012 empfiehlt für unterseitige Kriechkellerbekleidungen / -beplankungen zementgebundene Spanplatten, die durch ihre natürliche Alkalität (pH-Wert ca. 12) fungizides Wachstum erschweren bzw. nahezu ausschließen. Beiden Punkten wird durch die Verwendung von Eternit Holzzementplatten Duripanel vollständig entsprochen. Auf Basis dieser Erkenntnisse können Deckenbalken, die mit Duripanel als Holzbodenplatten versehen sind, der Gebrauchsklasse 0 nach DIN 68800-2 zugeordnet werden. Ein zusätzlicher chemischer Holzschutz ist also nicht mehr nötig.
Dem Holzbau steht damit eine weitere Gründungsvariante zur Verfügung, die für Zweck- und Wohnungsbauten zahlreiche Vorteile bietet und für klein- und mittelständische Unternehmen die Wertschöpfung im Bereich des Holzbaus erhöht.
Variante Holzbodenplatte mit Punktfundamenten. Die Terrasse wurde später angebaut. Foto: Gruber Naturholzhaus GmbH, Roding
Die unterseitigen Eternit Holzzementplatten Duripanel sind diffusionsoffen, nagetiersicher, wirken aussteifend und sind auf natürliche Weise schimmelhemmend. Foto: Gruber Naturholzhaus GmbH, Roding
Mehr zum Thema Bodenplatten aus Holz finden Sie in der Dokumentation „HOLZ TRIFFT ZEMENT“ auf den Seiten 36 und 40.
[4] Winter, S., Bauer, P., Werther, N.: „Untersuchung der klimatischen Verhältnisse in Kriechkellern unter gedämmten Holzbodenplatten zur Vermeidung von Bauschäden bei nicht unterkellerten Gebäuden und zur Kostenreduzierung.” Abschlussbericht 06/2008, Fraunhofer IRB Verlag 2009, ISBN 978-3-8167-7921-6
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