Faserzement

- Eternit Dachplatten aus Faserzement
- Flash ist Pflicht!
Faserzement von Eternit ist ein dauerhafter Werkstoff aus Fasern armiertem Zementstein, der im erhärteten Zustand form- und witterungsbeständig ist. Den größten Rohstoffanteil bildet das Bindemittel Portland-Zement, das durch Brennen von Kalkstein und Tonmergel hergestellt wird. Zur Optimierung der Produkteigenschaften werden Zusatzstoffe wie Kalksteinmehl und gemahlener Faserzement aus dem Recyclingprozess beigegeben. Als Armierungsfasern werden synthetische, organische Fasern aus Polyvinylalkohol verwendet, die in ähnlicher Form auch für medizinische Nähte oder in der Textilbranche für Schutzgewebe oder Vliesstoffe verwendet werden.
Die Technologie der Faserzementherstellung kann auf mehr als 25 Jahre Entwicklung und Erfahrung zurückblicken. Seit 1980 sind viele Millionen Quadratmeter Faserzementprodukte für Dach und Fassade in Deutschland und der Welt verlegt worden, die selbst extremen klimatischen Belastungen gerecht werden.
Alle Faserzementprodukte von Eternit sind als umweltfreundliche und gesundheitsverträgliche Bauprodukte bewertet und zertifiziert.
Der Schutz von Mensch und Umwelt steht für Eternit an erster Stelle. Wenn Sie mehr über unsere Grundsätze zu den Themen Umweltschutz und Gesundheitsschutz oder zu unseren Leitideen erfahren möchten, dann klicken Sie hier.
Kulturgeschichte eines Werkstoffs:
Faserzement galt früh als Inbegriff der Modernität. In den 1920er Jahren wurde viel mit dem neuen Werkstoff experimentiert. In den 1950er und 60er Jahren erlebte der Werkstoff seine größte Boomzeit. Namhafte Architekten aller Generationen haben Faserzementprodukte eingesetzt und an der Produktentwicklung mitgewirkt. Le Corbusier hat sich intensiv mit dem neuen Werkstoff befasst. Für die Villa seiner Eltern in La Chaux-de-Fonds, die wegen ihrer weiß verputzten Fassade „Maison Blanche“ genannt wird, wählte er bereits 1912 Dachplatten aus Faserzement. Auch Walter Gropius, der Direktor des Bauhauses in Dessau, arbeitete 1927 mit Faserzement im Rahmen der Weißenhofsiedlung in Stuttgart. Viele Bauten mit Faserzement-Dächern oder Fassaden stehen heute unter Denkmalschutz, nicht nur in Europa. Ein herausragendes Beispiel in Japan ist das Wohnhaus des japanischen Architekten Kenzo Tange bei Tokio aus dem Jahr 1957. Er verbindet tradierte japanische Motive und Bauweisen mit dem modernen Zementwerkstoff. Schon früh sah auch der deutsche Architekt Egon Eiermann in Faserzement ein geeignetes Material für eine zeitgenössische Architektur. Er wählte den Werkstoff unter anderem für die Fassaden des repräsentativsten Gebäudes der jungen Bundesrepublik: das Abgeordnetenhaus „Langer Eugen“ in Bonn, erbaut in den Jahren 1965-69. Zu den weiteren namhaften Architekten, die Faserzement gestaltprägend einsetzten, gehören Günter Behnisch, vor allem im Schulbau, und Otto Steidle ,insbesondere im Wohnungsbau. Der deutsche Ingenieur und Architekt Frei Otto deckte das expressive hängende Dach für den Prototyp des Deutschen Pavillons der Weltausstellung in Montreal mit Faserzementplatten. Und der österreichische Architekt Gustav Peichl verwendete Dachplatten am Österreich Pavillon der Weltausstellung 1964 in New York. Vier Wohnhäuser mit Faserzement sind zu Meilensteinen der Moderne bzw. der Postmoderne geworden: das Einfamilienhaus von Le Corbusier in Les Matthes, Südfrankreich von 1935, das Case Study House No. 08 von Ray und Charles Eames in Kalifornien von 1949, das Haus Lieb von Robert Venturi aus den 1960er Jahren und das Wohnhaus von Frank O. Gehry in Santa Monica aus den 1980er Jahren. Einen Höhepunkt der Verwendung durch die jüngere Architektur-Avantgarde erlebte der Werkstoff 1987 mit dem Lagergebäude für den Schweizer Kräuterbonbonhersteller Ricola in Laufen von den Architekten Herzog & de Meuron. Faserzement fand auch seinen Platz an expressiven Hochhäusern wie dem Studentenwohnheim am historischen Gasometer in Wien (1997 von Coop Himmelb(l)au) oder an skulpturalen Bürobauten wie dem Caltrans Headquarter (2005 von Pritzker-Prize-Träger Thom Mayne aus den USA). Zunehmend wird das Material von jungen Architekten wieder entdeckt, die insbesondere die universelle Verwendbarkeit für Dach, Fassade und Innenräume schätzen. Die holländischen Architekten MVRDV bekleideten Dach und Fassade eines Einfamilienhauses in der Siedlung Hageneiland im niederländischen Ypenburg 2001 komplett mit schwarzen Wellplatten aus Faserzement.
In der Produktentwicklung wird an die bewährte Zusammenarbeit mit Architekten angeknüpft. So wurden in den vergangenen Jahren Arno Lederer aus Stuttgart, Rainer Hascher, Armand Grüntuch und Konrad Wohlhage aus Berlin, David Trottin von Peripheriques Architectes aus Paris und Ash Sakula Architects aus London eingebunden. Auch in der Kunst gibt es eine lange Traditionslinie: von Gemälden auf Faserzement von Pablo Picasso und Fernand Léger über die Faserzement-Skulpturen von Bernhard Heiliger bis zu den fotografischen Serien über Werkstoff, Produkte und Produktionsprozesse von Karin Geiger oder Folke Hanfeld.
Die Historie eines Werkstoffs:
Seit die Römer den Opus Caementitium erfunden hatten, ist bekannt, dass Zement nur auf Druck, nicht jedoch auf Zug belastbar ist. Die erforderliche Zugfestigkeit in Faserzementprodukten übernahmen natürliche Asbest-Gesteinsfasern, die seit dem Altertum für ihre besondere Reißfestigkeit bekannt sind. Der Gattungsbegriff Asbest bezeichnet natürliche, kristallwasserhaltige Silikatmineralien. „Asbestos“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „unzerstörbar“. Asbestfasern wurden schon vor 3000 Jahren als mineralischer Flachs zur Herstellung von feuerfesten Geweben verwendet und in Steinbrüchen abgebaut. Bis zu Beginn der 1980er Jahre wurde Faserzement bzw. damals Asbestzement in mehreren tausend Anwendungen und Produkten eingesetzt und galt Jahrzehnte lang als Inbegriff der Modernität. Als 1976 neue wissenschaftliche Erkenntnisse die gesundheitsgefährdende Wirkung von Asbestfeinststaub belegten, wurde 1981 vom Wirtschaftsverband Asbestzement e.V. mit der deutschen Bundesregierung ein Branchenabkommen auf der Basis der Freiwilligkeit zum Ausstieg aus der Asbestzementproduktion beschlossen. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigten, dass von eingebauten Asbestzementprodukten für Dach und Fassade mit fest gebundenen Fasern keine Gefahren ausgehen. Die Eternit AG hatte bereits 1979 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bundesministerium für Forschung und Technologie begonnen, industrielle Möglichkeiten des Asbestersatzes zu erforschen. Umfangreiche Prüfungen waren notwendig, um das Langzeitverhalten des neuen Stoffes zu untersuchen und die gesundheitliche und baubiologische Unbedenklichkeit abzusichern. Als neue Armierungsfaser wurde schließlich eine synthetische, organische Faser aus Polyvinylalkohol (PVA) eingeführt, die in ähnlicher Form auch für medizinische Nähfäden eingesetzt wird. Von 1981 bis 1990 wurden alle Produkte für den Hochbau auf Faserzement der asbestfreien Generation umgestellt.
