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Sichere Brandschutzkonstruktionen für Fassaden mit EQUITONE und CEDRAL:
Baurecht und Praxis in Deutschland

Der bauliche Brandschutz ist ein komplexes Themengebiet. In der Gebäudeplanung gewinnt der Brandschutz immer mehr an Bedeutung und gehört zu den von Architekten zu erbringenden Leistungen. Umso wichtiger ist es, dass die Fassadenkonstruktion dem öffentlichen Baurecht und den technischen Baubestimmungen entsprechend ausgeführt wird.

Was bedeutet der Begriff „nichtbrennbar“? Wie erfolgt die Zuordnung in die Gebäudeklassen mit den sich daraus ergebenen bauaufsichtlichen Anforderungen an den Brandschutz? Was muss bei Sonderbauten wie z. B. Hochhäusern beachtet werden? Welche Normen gilt es zu berücksichtigen und welche geprüften Lösungen stellt die Eternit GmbH Deutschland Fachplanern und Architekten für eine wirtschaftliche und sichere Fassadengestaltung zur Verfügung? Diese und andere Themen werden im Folgenden für Außenwände mit vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF) erläutert.

1. Einleitung
2. Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)
3. Klassifizierung des Brandverhaltens von Baustoffen gemäß Baurecht
4. Gebäudeklassen gemäß Musterbauordnung
  a. Anforderungen an die Fassadendämmung nach Gebäudeklassen
  b. Anforderungen an die Unterkonstruktion nach Gebäudeklassen
  c. Anforderungen an das Bekleidungsmaterial nach Gebäudeklassen
5. Sonderfall Hochhaus
6. Systemlösungen mit Fassadentafel EQUITONE und Fassadenpaneele CEDRAL
  a. Lösungen für Außenwände mit der baurechtliche Anforderung „nichtbrennbar“
  b. Lösungen für Außenwände mit der baurechtliche Anforderung „schwerentflammbar“
7. Brandsperren
8. Bezugsquellen für Unterkonstruktion und Dämmung
9. Fazit

1. Einleitung

Aktuelle Brandkatastrophen wie zuletzt der verheerende Brand in einem Londoner Hochhaus zeigen, wie wichtig das Thema Brandschutz ist – nicht ohne Grund ist ein Brandschutznachweis in Deutschland Teil der Baugenehmigung für jedes Gebäude. Ein Blick in die deutschen Vorschriften zeigt, dass die rasche Brandausbreitung wie beim Brand des Grenfell Towers mit seinen schrecklichen Folgen nach deutschem Baurecht so nicht möglich gewesen wäre. Wurden doch anders als in Deutschland erlaubt, normalentflammbare Baustoffe in der Fassadenkonstruktion verwendet.

Der Brandschutz ist wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Bauliche Anlagen müssen so beschaffen sein, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber Regeln für die Beschaffenheit von Bauwerken und Bauprodukten eingeführt. Diese Regeln sind in der »Musterbauordnung (MBO) sowie in den entsprechenden Landesbauordnungen niedergeschrieben.

Aufgrund der Komplexität der 16 Landesbauordnungen mit ihren jeweiligen Regelungen, wird im Folgenden nur die »Musterbauordnung (MBO) betrachtet. Zudem können sich weitere Anforderungen aufgrund von Gebäudebesonderheiten, Bauherrenwünsche/-forderungen oder Sonderbauvorschriften ergeben (z. B. »Muster Schulbaurichtlinie), die nicht Teil dieser Abhandlung sind.

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Der bauliche Brandschutz umfasst folgende bauliche Maßnahmen: Gebäudegeometrie und Lage, Anordnung der Flucht- und Rettungswege, Brennbarkeit der Baustoffe, Feuerwiderstanddauer von Bauteilen / Bauelementen (»BMVBS, Brandschutzleitfaden).

2. Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)

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System der vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) und ihre Komponenten.

Fassadentafeln EQUITONE und Fassadenpaneele CEDRAL werden, anders als Wärmedämmverbundsysteme oder Vorhangfassaden, vorgehängt und hinterlüftet montiert. Das Prinzip der »vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) gewährleistet als eines der sichersten Fassadensysteme einen dauerhaften Schutz des Gebäudes. Neben der praktikablen Instandhaltung, der gestalterischen Vielfalt und der Langlebigkeit überzeugt das Fassadensystem durch eine hohe Flexibilität, um auch höchste Brandschutzanforderungen zu ermöglichen. Mit der umfangreichen Palette geeigneter Werkstoffe und Materialien lassen sich alle gesetzlichen Vorschriften und praktischen Anforderungen erfüllen. 

3. Klassifizierung des Brandverhaltens von Baustoffen gemäß Baurecht

Bis 2006 wurden Eternit Faserzementtafeln als nichtbrennbarer Baustoff der Baustoffklasse A2 nach DIN 4102-1 eingestuft. 2006 endete die Koexistenz-Phase und alle Eternit Faserzementtafeln und -paneele mussten, wie alle harmonisierten Bauprodukte auch, europäisch geprüft und klassifiziert werden.

In der »Bauregelliste (zukünftig Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen) werden die bauaufsichtlichen Anforderungen aus der Musterbauordnung (MBO) bzw. den Landesbauordnungen (LBOs) in eine europäische Brandklassifizierung gemäß EN 13501-1 übersetzt.

Beispiel:
Bayerische Bauordnung (BayBO) §26 (3) zu Außenwänden:
„Oberflächen von Außenwänden sowie Außenwandbekleidungen müssen einschließlich der Dämmstoffe und Unterkonstruktionen schwerentflammbar sein…“
Die oben beschriebene bauaufsichtliche Anforderung ist hier „schwerentflammbar“. Daneben gibt es die bauaufsichtlichen Anforderungen „nichtbrennbarbar“ und „normalentflammbar“. Leichtentflammbare Baustoffe und Bauteile dürfen gemäß MBO nicht für bauliche Anlagen verwendet werden (dies gilt nicht, wenn sie in Verbindung mit anderen Baustoffen nicht leichtentflammbar sind).

Die bauaufsichtlichen Anforderungen nach der Musterbauordnung mit deren Zuordnung nach der europäischen Klassifizierung gemäß DIN EN 13501-1 mit sieben Euroklassen (A1, A2, B, C, D, E, F) sowie weitere für Rauchentwicklung (s = smoke, Klassen s1, s2 und s3) oder brennendes Abtropfen/Abfallen (d = droplets, Klassen d0, d1 und d2) sind in der Tabelle 1 aufgeführt.

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Tabelle 1: Die nach DIN EN 13501-1 klassifizierten Eigenschaften zum Brandverhalten von Baustoffen (ausgenommen Bodenbeläge) entsprechen den bauaufsichtlichen Anforderungen.  

4. Gebäudeklassen gemäß Musterbauordnung

Gebäude werden in Deutschland gemäß MBO in Gebäudeklassen (GK) eingeteilt. Als Gebäude gelten selbstständig benutzbare, überdeckte bauliche Anlagen, die von Menschen betreten werden können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen zu dienen. Die Einteilung von Gebäuden richtet sich nach der Höhe, der Fläche, den Nutzungseinheiten und der Art der Nutzung (siehe Tabelle 2). Aus der Zuordnung der Gebäudeklasse ergeben sich die bauaufsichtlichen Anforderungen an den baulichen Brandschutz: „nichtbrennbar“schwerentflammbar“ oder „normalentflammbar“.

Generell gilt: Je höher das Gebäude oder Bauwerk ist, desto höher sind auch die Anforderungen an die Bauteile in Bezug auf den vorbeugenden als auch den abwehrenden Brandschutz. Für ein freistehendes Einfamilienhaus (GK 1a) gelten daher andere Anforderungen als beispielsweise für ein Mehrfamilienhaus mit sieben Stockwerken in einer Lückenbebauung (GK 5).

Hochhäuser (OKF > 22 m) gehören gemäß §51 MBO zu den Sonderbauten und müssen separat betrachtet werden (siehe Punkt 5).

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Tabelle 2: Gebäudeklassen (GK) gemäß Musterbauordnung. Relevant für die Höhe eines Gebäudes ist die Oberkante Fußboden des höchstgelegenen Geschosses (OKF).

4a. Anforderungen an die Fassadendämmung nach Gebäudeklassen

Der bauliche Wärmeschutz zur Energieeinsparung ist in der »Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt. Neben den geforderten Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) der Gebäudehülle, muss auch das Brandverhalten des Dämmstoffes gemäß MBO beachtet werden. Die Gebäudeklassen geben die bauaufsichtlichen Anforderungen vor.

Gebäudeklassen 1–3 (Oberkante Fußboden OKF < 7 m)
Gemäß Musterbauordnung MBO § 28 muss der Fassadendämmstoff mindestens „normalentflammbar“ sein.

Gebäudeklassen 4 (OKF < 13 m) und 5 (OKF < 22 m)
Gemäß Musterbauordnung MBO § 28 muss der Fassadendämmstoff mindestens „schwerentflammbar“ sein.

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Nichtbrennbare Mineralwollplatten gemäß DIN EN 13162, TYP WAB, vlieskaschiert (Foto: URSA).

Diese Einteilung gilt generell für alle Dämmstoffe. Die DIN 18516-1 „Außenwandbekleidungen, hinterlüftetTeil 1: Anforderungen, Prüfgrundsätze“ gibt konkrete, normative Vorgaben zum Dämmstoff. Zur Wärmedämmung der VHF dürfen nur genormte oder bauaufsichtlich zugelassene (Abz) Dämmstoffe nach DIN 4108-10:2008-06 vom Typ WAB verwendet werden. WAB heißt übersetzt „Außendämmung der Wand hinter Bekleidung“.

Mineralfaserdämmstoffe nach DIN EN 13162 sind bei Außenwandbekleidungen mit offenen Fugen, wie dies bei Fassadentafeln EQUITONE der Fall ist, vorzugsweise vlieskaschiert zu verwenden. Die Eternit GmbH Deutschland sowie der »Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e.V (FVHF) empfehlen aufgrund der Sicherheit im Brandfall sowie des einfacheren Handlings nichtbrennbare, vlieskaschierte Mineralwollplatten gemäß DIN EN 13162 für alle Gebäudearten und -höhen.

4b. Anforderungen an die Unterkonstruktion nach Gebäudeklassen

Die Unterkonstruktion ist das statische Bindeglied zwischen dem Verankerungsgrund (Außenwand) und den Fassadentafeln EQUITONE bzw. Fassadenpaneele CEDRAL. Unterkonstruktionen (Uk) gibt es aus Metall (Aluminium, feuerverzinkte oder nicht rostende Stähle), aus Holz sowie als Kombinationen aus Holz und Metall. Eine Metall-Uk ist einfach dreidimensional justierbar und legt sich zwängungsfrei um den Baukörper. Unebenheiten, z. B. bei Sanierungen, können so lot- und waagerechten ausgeglichen werden. Ein weiterer Vorteil der Metall-Uk ist die Nichtbrennbarkeit (A1). Daher werden Metall-Uk in der Praxis häufig bei den Gebäudeklassen 4 und 5 verbaut.

Gebäudeklassen 1–3 (Oberkante Fußboden OKF < 7 m)
Gemäß Musterbauordnung MBO § 28 muss die Unterkonstruktion mindestens „normalentflammbar“ sein.

Gebäudeklassen 4 (OKF < 13 m) und 5 (OKF < 22 m)
Gemäß Musterbauordnung MBO § 28 muss die Unterkonstruktion mindestens „schwerentflammbar“ sein (eine Holz-Uk ist jedoch möglich).

Ebenso wie bei den Dämmstoffen gilt diese Einteilung zunächst für alle Unterkonstruktionen: Metall, Holz oder die Kombinationen aus Holz und Metall. Wie oben beschrieben werden aber in der Praxis üblicherweise Metall-Uk's ab der Gebäudeklasse 3 verwendet. Gemäß MBO §28 Absatz 3 ist eine Unterkonstruktionen aus normalentflammbaren Baustoffen wie Holz (D-s2, d0 nach 13501-1) zulässig, wenn die Anforderungen nach MBO §28 Absatz 1 erfüllt sind. Die »Muster-Liste der Technischen Baubestimmungen (MLTB) gibt in Anlage 2.6/4 konkrete, normative Vorgaben für den Einsatz einer Holz-Uk. Sofern diese Bedingungen eingehalten werden, sind Holzunterkonstruktionen bis einschließlich der Gebäudeklasse 5 möglich (siehe auch Punkt 7 zu Brandsperren).

Wesentliche Brandschutzmaßnahmen für EQUITONE und CEDRAL Fassaden ab dem dritten Geschoss für Unterkonstruktionen aus Holz*

  • Die Dämmung muss nichtbrennbar (Schmelzpunkt > 1000 °C) sein.
  • Die Tiefe des Hinterlüftungsspaltes darf nicht größer sein als 50 mm (handelsübliche Traglattungen sind b x h = 60 mm x 40 mm und erfüllen diese Anforderungen).
  • In jedem zweiten Geschoss sind horizontale Brandsperren im Hinterlüftungsspalt anzuordnen, die über mindestens 30 Minuten hinreichend formstabil bleiben müssen (z. B. Stahlblech mit einer Dicke t ≥ 1 mm).
  • Die Holzlattung muss in diesem Bereich unterbrochen sein.
  • Öffnungslose Außenwände bedürfen keiner horizontalen Brandsperren (z. B. Giebel ohne Fenster).

* Vorgaben gemäß »Muster-Liste der Technischen Baubestimmungen (MLTB) Anlage 2.6/4 für den Einsatz einer Holz-UK für die Gebäudeklassen 3-5

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Unterkonstruktion aus Metall mit nichtbrennbaren Mineralwollplatten gemäß DIN EN 13162, TYP WAB (Fotos: URSA).

4c. Anforderungen an das Bekleidungsmaterial nach Gebäudeklassen

Die Fassade ist das Aushängeschild eines Gebäudes, sie bestimmt den ästhetischen Gesamteindruck und gibt dem Haus einen Charakter. Neben den gestalterischen Aufgaben müssen Fassaden aber auch hohen funktionalen und technischen Anforderungen genügen. Statische Vorgaben, Verarbeitbarkeit, Preis aber auch die UV-Stabilität sowie die Langlebigkeit und zuletzt die brandschutztechnischen Eigenschaften haben Einfluss auf die Wahl des Bekleidungsmaterials für das jeweilige Gebäude.

Fassadentafeln EQUITONE und Fassadenpaneele CEDRAL sind baurechtlich als „nichtbrennbar“ klassifiziert (A2-s1, d0 nach DIN EN 13501-1). Damit können sie für alle Gebäudeklassen normkonform verwendet werden und übertreffen das Schutzziel sogar. Dies bringt zusätzliche Sicherheit im Brandfall für alle Gebäude der GK 1-5.

Gebäudeklassen 1–3 (Oberkante Fußboden OKF < 7 m)
Gemäß Musterbauordnung MBO § 28 muss die Außenwandbekleidung mindestens „normalentflammbar“ sein.

Gebäudeklassen 4 (OKF < 13 m) und 5 (OKF < 22 m)
Gemäß Musterbauordnung MBO § 28 muss die Außenwandbekleidung mindestens „schwerentflammbar“ sein. 

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Aktiv-Stadthaus, FFM mit Fassadentafel EQUITONE. Architekt: HHS Planer + Architekten AG, Foto: Constantin Meyer.

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Feuerwache 4, Schwabing mit Fassadentafeln EQUITONE. Architekt: agn Niederberghaus & Partner GmbH, Ibbenbüren Foto: Oliver Jaist.

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Beach Motel in St. Peter-Ording mit Fassadenpaneel CEDRAL. Architekt: Planungsgemeinschaft Ladehoff - Kähler - Petersen, Foto: Conné van d`Grachten.

5. Sonderfall Hochhaus (OKF > 22 m)

Hochhäuser erleben gerade in den Ballungszentren wie beispielsweise Hamburg, Frankfurt, München, Neubeckum oder Berlin eine Renaissance. Bieten sie doch auf den aktuellen Wohnungsmangel und den immer weiter steigenden Grundstückspreisen eine kostengünstige Alternative. In Punkto Brandschutz gelten für Gebäude ab einer Höhe von 22 m Oberkante Fußboden laut Deutschem Baurecht, im Gegensatz zu anderen EU Länder, wie beispielsweise dem Vereinigten Königreich, sehr strenge Vorschriften. Hochhäuser werden gemäß »Musterbauordnung § 51 den „Sonderbauten“ zugeordnet. Die Muster-Richtlinie über den Bau und Betrieb von Hochhäusern, kurz »Muster-Hochhaus-Richtlinie – MHHR , regelt besondere Anforderungen und Erleichterungen im Sinne von § 51 MBO für den Bau und Betrieb von Hochhäusern. Der Abschnitt 3.4 gibt Auskunft über die Außenwände: „Nichttragende Außenwände und nichttragende Teile tragender Außenwände müssen in allen ihren Teilen aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen.“ Das bedeutet, dass Dämmung, Unterkonstruktion und Bekleidungsmaterial der Fassade für Hochhäuser nur aus „nichtbrennbaren“ Baustoffen bestehen dürfen.

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Das Wohnhochhaus Praedium im Europaviertel in Frankfurt: Dämmung, Unterkonstruktion und EQUITONE Fassadentafeln sind im System zusammen „nichtbrennbar“. Die strengen Anforderungen der Hessischen-Hochhaus-Richtlinie (H-HHR) konnten normkonform umgesetzt werden und bieten ein Höchstmaß an Sicherheit. Architekt: Dietz Joppien Architekten, Fotos: Peter Fast.

6. Systemlösungen mit Fassadentafeln EQUITONE und Fassadenpaneele CEDRAL

EQUITONE Fassadentafeln und CEDRAL Fassadenpaneele unterliegen, wie in Punkt 3 beschrieben, der harmonisierten Norm DIN EN 12467: „Faserzementtafeln-Produktspezifikationen und Prüfverfahren“. Sie müssen entsprechend produziert, geprüft und überwacht werden, eine CE-Kennzeichnung und eine Leistungserklärung nach der Bauproduktenverordnung erhalten. Diese »Leistungserklärung beinhaltet neben mechanischen Eigenschaften und deren Dauerhaftigkeit auch das Brandverhalten.

Wichtig:
Die Klassifizierung des Brandverhaltes gemäß DIN EN 13501-1 des Bekleidungsmaterials beinhaltet die Interaktion aller Systemkomponenten: Dämmung, Unterkonstruktion und der Fassadentafel EQUITONE bzw. Fassadenpaneel CEDRAL. Es wird also das Zusammenspiel des Systems betrachtet und nicht das Brandverhalten der einzelnen Komponenten wie früher in der DIN 4102. Der Nachweis muss ab 2006 durch eine Bauteilprüfung belegt werden.

EQUITONE Fassadentafeln sind gemäß DIN EN 13501-1 auf Metall- und Holz-Unterkonstruktion mit jeweils einem nichtbrennbaren Dämmstoff geprüft und klassifiziert. Die konstruktiven Randbedingungen sind in den Klassifizierungsberichten und in den »Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen beschrieben und verankert. Zu den konstruktiven Randbedingungen gehören im Wesentlichen der Hinterlüftungsspalt und die offene nicht hinterlegte Fugenbreite.

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Durch die privatrechtlichen Produktzertifizierungen der Eternit GmbH Deutschland können die Allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen für die Fassadentafeln EQUITONE weiter verwendet werden.

6a. Lösungen für Außenwände mit der baurechtlichen Anforderung „nichtbrennbar

Nichtbrennbar“ ist die höchste bauaufsichtliche Anforderung, die das Deutsche Baurecht kennt. Diese wird hauptsächlich bei Hochhäusern (siehe Punkt 5) und anderen Sonderbauten wie beispielsweise bei Außenwänden von Krankenhäusern gefordert. Dennoch ist diese Anforderung mit EQUITONE Fassadentafeln oder Fassadenpaneele CEDRAL einfach und kostengünstig umzusetzen ohne auf gestalterische oder bauphysikalische Eigenschaften verzichten zu müssen.

Normkonformer Wandaufbau zur bauaufsichtlichen Anforderung „nichtbrennbar

  1. Verankerungsgrund (tragende, nichtbrennbare Außenwand)
  2. Unterkonstruktion aus Stahl oder Aluminium
  3. Nichtbrennbare Mineralwollplatten gemäß DIN EN 13162
  4. Bekleidung A: Fassadentafeln EQUITONE (sichtbar genietet oder mit nicht sichtbarer Hinterschnittbefestigungen System Tergo/Tergo+) unter Berücksichtigung der konstruktiven Randbedingungen gemäß »AbZ/ETA 
    Bekleidung B: Fassadenpaneele CEDRAL (Nieten) unter Berücksichtigung der konstruktiven Randbedingungen gemäß Klassifizierungsbericht (als Bild nicht dargestellt)

 

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Normkonformer Wandaufbau „Nichtbrennbar“ mit Fassadentafel EQUITONE sichtbar genietet auf einer Alu-Uk und einer nichtbrennbaren Dämmung.

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Normkonformer Wandaufbau „Nichtbrennbar“ mit Fassadentafel EQUITONE mit nicht sichtbarer Hinterschnittbefestigung auf einer Alu-Uk und einer nichtbrennbaren Dämmung.

6b. Lösungen für Außenwände mit der baurechtlichen Anforderung schwerentflammbar“

Die bauaufsichtliche Anforderung „schwerentflammbar“ wird mindestens bei den Gebäudeklassen 4 und 5 nach Musterbauordnung MBO § 28 gefordert. Neben der Unterkonstruktion aus Metall oder Aluminium können auch Unterkonstruktionen aus Holz verwendet werden. Für maximale Sicherheit empfehlen die Eternit GmbH Deutschland sowie der » Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e.V (FVHF) immer den unter 6a dargestellten Wandaufbau „Nichtbrennbar“ mit Metall-Uk zu verwenden.

Normkonformer Wandaufbau zur bauaufsichtlichen Anforderung „schwerentflammbar

  1. Verankerungsgrund (tragende, nichtbrennbare Außenwand)
  2. Unterkonstruktion aus Holz
  3. Nichtbrennbare Mineralwollplatten gemäß DIN EN 13162
  4. Bekleidung A: Fassadentafeln EQUITONE (Schrauben) unter Berücksichtigung der konstruktiven Randbedingungen gemäß » AbZ (als Bild nicht dargestellt)
    Bekleidung B: Fassadenpaneele CEDRAL (Schrauben) unter Berücksichtigung der konstruktiven Randbedingungen gemäß Klassifizierungsbericht

 

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Normkonformer Wandaufbau „schwerentflammbar“ mit Fassadenpaneelen CEDRAL mit Schraubbefestigung auf einer Holz-Uk und einer nichtbrennbaren Dämmung.

7. Brandsperren

Gemäß § 28 Abs. 4 der »Musterbauordnung (MBO) sind ab der Gebäudeklassen 3 bei Außenwandkonstruktionen mit geschossübergreifenden Hohl- oder Lufträumen, wie vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF), gegen die Brandausbreitung besondere Vorkehrungen zu treffen.

In der Praxis wird die Brandausbreitung mit Brandsperren gelöst. Brandsperren dienen der Begrenzung der Brandausbreitung im Hinterlüftungsspalt über eine ausreichend lange Zeit durch Unterbrechung oder partielle Reduzierung des freien Querschnitts des Hinterlüftungsspalts. In jedem zweiten Geschoss sind horizontale Brandsperren im Hinterlüftungsraum anzuordnen.

Der »Fachverband Baustoffe und Bauteile für vorgehängte hinterlüftete Fassaden e.V hat hierzu eine Leitlinie entwickelt. Diese Leitlinie präzisiert und interpretiert die »Muster-Liste der Technischen Baubestimmungen (MLTB) mit ihrer Anlage 2.6/4 als technische Regel zum Einbau von Brandsperren als eine mögliche Vorkehrung im Sinne der MBO § 28 und § 30. Sie soll die Anwendung der Regelungen erleichtern und diese verständlicher darstellen. Die Leitlinie dient dem objektbezogenen Abstimmungs- und Planungsprozess im Hinblick auf den baulichen Brandschutz. Die »FVHF-Leitlinie Brandschutz steht zur Anwendung frei.

 

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Mögliche Ausbildung von horizontalen Brandsperren. Weitere Informationen zu Brandsperren können beim Fachverband der vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (FVHF) kostenlos bezogen werden.  Grafik links: Brandsperre mit Stahlblech, Auszug aus »FVHF-Leitlinie Brandschutz, Foto mitte/Grafik rechts: Rockwool, »Fixrock BWM Brandriegel Kit

8. Bezugsquellen für Unterkonstruktion und Dämmung

8a. Marktüblich „nichtbrennbare“ Dämmstoffe für die VHF

Saint-Gobain Isover G+H (Schmelzpunkt > 1000 °C): »ULTIMATE Kontur FSP-032
Deutsche Rockwool Mineralwoll GmbH (Schmelzpunkt > 1000 °C): »Fassadendämmplatte Fixrock® 035 VS
URSA Deutschland GmbH (Schmelzpunkt < 1000 °C): »URSA Fassadendämmplatte FDP

8b. Marktüblich „nichtbrennbare“ Metall-Unterkonstruktionen für die VHF

»BWM-Dübel + Montagetechnik GmbH
»Systea Pohl GmbH
»GIP GmbH
»Montaflex Aluminiumprofile + Bauartikel GmbH
»NFT-SL Fassadentechnik GmbH

9. Fazit

Fassadentafeln EQUITONE und Fassadenpaneele CEDRAL besitzen die höchste bauaufsichtliche Anforderung, die das Deutsche Baurecht kennt: „Nichtbrennbar“, A2-s1, d0 gemäß DIN EN 13501-1. Damit können VHF-Fassadensysteme mit »EQUITONE Fassadentafeln und »CEDRAL Fassadenpaneelen von Eternit für die Gebäudeklassen 1-5 normkonform verwendet werden und übertreffen sogar das Schutzziel. Dies bringt zusätzliche Sicherheit im Brandfall. Auch Sonderbauten mit erhöhten Brandschutzanforderungen wie Hochhäuser oder Krankenhäuser, können problemlos mit Fassadentafeln EQUITONE und Fassadenpaneele CEDRAL normkonform realisiert werden.

 

Haben Sie Fragen zum Thema Brandschutz für Außenwände mit vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF)?
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