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Interview – Drei Fragen an die Wohnungswirtschaft • GEWOBA Bremen

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Um die städtebauliche und nachbarschaftliche Qualität bestehender Siedlungen zu erhalten, braucht es Wohnraum, der generationengerecht, flexibel und bezahlbar ist. Nicht zuletzt aus diesen Gründen würdigte die Jury des Deutschen Städtebaupreises das Neubauprojekt Tarzan & Jane in Bremen-Huchting mit einer Anerkennung. Das „ungewöhnlich wohnen“-Projekt überzeugt mit einem aufgelockerten Siedlungskonzept, durch das Wohnfläche gewonnen und Freiräume aufgewertet werden konnten. Bei der Fassade entschieden sich die Planer für eine Kombination aus Faserzement und pigmentiertem Putz.

Projekt: Tarzan & Jane, Bremen | Bauherr: GEWOBA Bremen | Architekt: Spengler Wiescholek Architekten, Hamburg | Foto: Christian Haase | Produkt: Eternit Fassadentafel EQUITONE [pictura]

 

Drei Fragen an Martin Paßlack, Leitung Neubau und Stadtentwicklung bei der GEWOBA

Foto: GEWOBA Martin Paßlack, Leitung Neubau/Stadtentwicklung

1. Während andernorts saniert und umgebaut wird forciert die GEWOBA mit dem Projekt „ungewöhnlich wohnen“ in Bremen den Neubau. Warum?

Wie andernorts kann auch Bremen den Bedarf an Wohnungen aktuell nicht decken. Zwar sind in den letzten Jahren Neubauwohnungen in nicht unerheblicher Stückzahl neu gebaut worden, diese befinden sich jedoch überwiegend im oberen Preissegment. Insbesondere im Mietwohnungsbau mit Mieten im preiswerten bis mittleren Bereich ist bis 2014 kaum Wohnungsbau realisiert worden. Als mehrheitliche kommunale Wohnungsbaugesellschaft sieht sich die GEWOBA in der Rolle, Verantwortung für den Bau von Mietwohnungen in dem genannten Preissegment zu übernehmen. Entsprechende Wohnungsbauförderprogramme stehen in Bremen zur Verfügung.

Stadt – Stadtteil – Quartier, auf der Grundlage dieser Strategie plant und realisiert die GEWOBA ihren Wohnungsbau in Bremen. Die Produkte des Ideenwettbewerbs „ungewöhnlich wohnen“ sind dabei von der Größe her eher kleine Bausteine, die sich mit ihren barrierefreien großen und kleinen Wohnungen und anderen Angeboten (soziale Angebote, Wohngruppen) speziell an die benachbarte Mieterschaft wenden.

2. „Tarzan & Jane“ der Architekten Spengler Wiescholek wurde 2016 mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet. Was macht das Projekt so besonders?

Passgenaue Stadtbausteine für das Wohnen im Quartier: Das war die Aufgabenstellung für die Teilnehmer des ersten Ideenwettbewerbes „ungewöhnlich wohnen“. Frau Spengler hat später einmal ihre Häuser als „qualifizierten Neubürger“ bezeichnet. Richtig ist, dass die seriellen Häuser, die die GEWOBA baut, nie – wie das serielle Bauen in der aktuellen öffentlichen Diskussion häfig verstanden wird – als Produktion von „Mengen“ gedacht waren. Es soll vielmehr vorhandene Quartiere der 50er und 60er sinnvoll und seriell mit Angebot und Architektur ergänzen. Im Auftritt nicht langweilig, aber auch den vorhandenen Bestand nicht abwertend.

Die Jury des Deutschen Städtebaupreises 2016 hat diesen gedanklichen Ansatz gewürdigt und bedachte das in Bremen Kirchhuchting mit fünf Gebäuden realisierte Projekt im September 2016 mit einer Anerkennung. Besonders für das gelungene architektonische Update der homogenen städtebaulichen Struktur der Siedlung aus den 60er Jahren mit ihren für diese Zeit typischen Bestandsgebäuden. Die Jury lobte das Projekt: Es zeige exemplarisch, wie die aufgelockerten Siedlungen dieser Zeit mit kostengünstigem, qualitätvollem Wohnungsbau aufgewertet werden können. Ohne die vorhandene Sozialstruktur zu überfordern, seien das Wohnungsangebot verbreitert und Freiräume aufgewertet worden.

3. Die Fassade der beiden Baukörper ist geprägt von einer Kombination aus einem vorgehängten hinterlüfteten System mit Faserzement und pigmentiertem Putz. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Schon während des Wettbewerbs „ungewöhnlich wohnen“ wurde der Gedanke, den beiden Baukörpern unterschiedliche Materialien zuzuordnen, vom Büro Spengler Wiescholek entwickelt. So hat jeder Kubus sein individuelles Auftreten, das Erscheinungsbild im bestehenden Quartier mit seiner eher einheitlichen Gestaltung wird dadurch aufgelockert und der Neubau fügt sich spannend in das Straßenbild ein. „Tarzan“ mit der Putzfassade ist dabei der Teil, der durch seine – je nach Standort unterschiedlich prägnante Farbgebung auffällt, während „Jane“ in der weißen Eternit-Bekleidung zurückhaltender gestaltet ist. Beide Fassaden tragen jeweils in kleineren Details (wie die Balkonbrüstungen) die Farbe des anderen und so wird aus dem unterschiedlichen Paar wieder eine Einheit. Für die Verkleidung der Fassade von „Jane“ wurden in der Planung mehrere Materialien in Erwägung gezogen, die Wahl fiel letztlich durch eine Abwägung der Kosten und der Nachhaltigkeit auf eine vorgehängte hinterlüftete Fassade aus Faserzement. Aus anderen Projekten wie z.B. dem größten Stadtumbau West Projekt Osterholz-Tenever hat sich das Material als Bekleidung im Bereich der Erdgeschoss-Fassaden bewährt.