Bürogebäude Düsseldorf

Möbelbau mit Faserzement

Dass eine Schrankwand zweckmäßig und gleichzeitig ästhetisch äußerst ansprechend sein kann, beweist das Düsseldorfer Architekturbüro hpk+p mit der Realisierung eines Videoarchivs für eine Postproduktionsfirma. Diese beauftragte die Planer, einen Stauraum zu entwerfen, der einerseits ausreichend Platz für die Lagerung tausender Videokassetten bietet, andererseits dem künstlerischen Anspruch der Kreativagentur gerecht wird. Entstanden ist ein ungewöhnlicher Schrank, der sich mit 5,60 Metern Breite, 2,70 Metern Höhe und 0,70 Metern Tiefe über die gesamte Fläche einer Wand erstreckt. Für die Fronten wählten die Architekten Faserzementtafeln von Eternit. Nur sechs Millimeter dünn und gleichzeitig stabil, erfüllen die grauen Tafeln die konstruktiven Voraussetzungen für die Klebung an die einzelnen Schubfächer. Das Material erinnert an Sichtbeton und setzt einen spannenden Kontrast zur feinen Holzoberfläche der vorhandenen Einrichtung. Um ihre graue Außenseite lebendig wirken zu lassen, haben die Architekten die Platten geölt. So entsteht eine abwechslungsreiche Oberflächenstruktur, da der Faserzement die Flüssigkeit unregelmäßig aufnimmt. Bewusst verzichteten die Architekten auf Griffe und Beschriftungen an den Schubladen, um die optische Wirkung einer homogenen Wand nicht zu stören. Stattdessen verfügt der Schrank wie ein Apothekerschrank über Druckschnäpper. Insgesamt 98 Schubfächer im Format von 30 x 30 Zentimetern schaffen nun Raum für rund 3.500 Videokassetten.

Einzelheiten

Stadt
Düsseldorf
Architekt
Architekturbüro hpk+p Heider Pannen-Vulpi von Kalben, Düsseldorf
Verarbeiter
Schreinerei Ingo Förster, Düsseldorf
Fotograf
Foto: hpk, A. Oehmichen / Eternit GmbH Deutschland