Institutsgebäude in Berlin

Das Problem ist bekannt, die Lösung ist intelligent durchdacht

Das Institutsgebäude, ein Stahlbetonskelettbau von 1977, wies konstruktive und bauphysikalische Mängel auf. Bei den Brüstungselementen kam es wiederholt zu Ablösungen der äußeren Vorsatzschicht. Das Leitmotiv der Architekten für die Sanierung war, das Bild dieses Baus nicht auszulöschen, was folglich dazu führte, die horizontale Fassadenstruktur nicht zu verändern. Das ursprüngliche Brüstungselement blieb erhalten, seine äußere Schicht aus Waschbeton wurde entfernt zugunsten von neu aufgebrachtem Spritzbeton und neuer Wärmedämmung. Stein schied für die Fassade aus, weil der Bau geringe Lastreserven aufwies. Die gewählten Faserzementtafeln mit ihren unterschiedlichen aufeinander abgestimmten Farbtönen interpretieren heute technisch perfekt und bildlich ohne Bruch die ursprüngliche Fassade. Auch die komplett erneuerten Fenster fügen sich lautlos ein.

Nirgendwo sind Blechverwahrungen zu sehen, Faserzementtafeln pur, rückseitig befestigt. Die Regenentwässerung erfolgt über eine hinter den Fassadentafeln liegende Sohlbank als Regenrinne und dann in ein Fallrohr. Über den breiten Fensterteilungen tritt das Wasser am Sturz aus, verweht mit dem Wind oder fällt offen in die darunter liegende Sohlbank und so weiter. Die Erfahrung bestätigt das gute Funktionieren dieser Lösung.

Formal klug durchdacht ist das Detail der Gebäudeecke. Das Fensterband und die Faserzementbrüstung liegen nicht in einer Ebene. Mit der rechtwinklig dazu komplett mit Faserzementtafeln geschlossenen Fassade hätte es an der Ecke folglich eine sägeschnittartige Kante gegeben. Absolut unerwünscht. Deshalb ist die Blechbekleidung nach dem letzten Fenster schräg zur Ecke geführt, um hier mit den Faserzementtafeln beider Gebäudeseiten zusammenzutreffen. So konnte eine durchgehende Kante entstehen.

Einzelheiten

Stadt
Berlin
Architekt
Anderhalten Architekten, Berlin
Verarbeiter
B & O Gebäudetechnik GmbH & Co. KG, Berlin